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    Städte wagen Wildnis

    Dessau-Roßlau beteiligt sich an bundesweitem Projekt

    Am 1. Juni 2016 ist das Projekt "Städte wagen Wildnis – Vielfalt erleben" in den Städten Frankfurt, Hannover und Dessau-Roßlau gestartet. Alle drei Städte wagen sich an mehr Wildnis auf ausgewählten Flächen. Das ist nicht nur spannend, sondern macht auch Sinn, denn das Projekt soll:

    • einen Beitrag leisten zur Erhaltung und Förderung von Arten- und Biotopvielfalt,
    • die Lebensqualität in Städten steigern,
    • urbane Natur für die Menschen erreichbar und erlebbar machen,
    • neuartige Landschaftsbilder etablieren sowie Pflege- und Nutzungsstrategien erproben,
    • den Weg für mehr Wildnis in weiteren Städten ebnen.

    In Dessau-Roßlau wird der Natur auf Flächen des Landschaftszuges mehr Raum gegeben. Das heißt nicht, dass hier alle Flächen zu Wildnis werden. Während sich in der Nähe der bewohnten Stadt artenreiche Wiesen entwickeln, bleiben Flächen, aus denen sich der Mensch zurückzieht, weitestgehend sich selbst überlassen. Hier laufen natürliche Prozesse eigendynamisch ab und bringen Wildnis hervor. Was entsteht, ist eine neue, ungewöhnliche Stadtlandschaft.

    Da nur wenig Geld für die Pflege der Wildnis-Flächen benötigt wird, können mehr Mittel auf den anderen Flächen des Landschaftszuges eingesetzt werden. Hier sollen Erfahrungen gesammelt werden, um die Wiesen besser bewirtschaften zu können. Arten- und Blütenreichtum sind solch ein Entwicklungsziel. Gleichzeitig entstehen gestaltete Orte. In allen Phasen des Projektes sollen die gewonnenen Erfahrungen mit Bürgerinnen und Bürgern, Anwohnerinnen und Anwohnern und Expertinnen und Experten ausgetauscht und diskutiert werden. Ein weiteres Thema für die Stadt Dessau-Roßlau ist die Förderung von Wildobst in der Muld- und Elbaue, denn die natürlichen Bestände
    überaltern. Die Etablierung und Stärkung des Wildobstes soll vorrangig im Naturschutzgroßvorhaben des WWF in Großkühnau und im Vorderen und Hinteren Tiergarten erfolgen und wird von der interessierten Fachwelt verfolgt.

    Wildnis-Forschung

    Die Entwicklung der Flächen und deren Nutzung durch uns Menschen werden über den gesamten Projektzeitraum wissenschaftlich durch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main, die Leibniz-Universität Hannover und die Hochschule Anhalt (FH) untersucht.

    Wildnis-Termine

    Das Wildnis-Thema und die Sicht darauf sind neu. So will das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Pilotprojekt die Bevölkerung für wilde Flächen in Städten sensibilisieren und begeistern. Veranstaltungen auf und zu den Flächen sowie gezielte Bildungsarbeit sind wesentliche Pfeiler des Projektes. Nur, was man kennt, kann man wertschätzen und schützen. Öffentliche Veranstaltungen machen mit der Wildnis-Idee bekannt.

    Zu folgenden Terminen wird eingeladen:

    • 13.5.2017: Radtour zum Tag der Städtebauförderung
      13.00 Uhr Detektive erforschen die Wiese. Mitmach- und Bastelaktion für Groß und Klein – unterwegs mit Becherlupe und Basteldraht im Landschaftszug an der Törtener Straße
      Picknick auf dem Hügel in der Neuendorfstraße
      Treffpunkt: Wiese vor der Pestalozzischule (Neuendorfstraße)
    • 10.6.2017: Langer Tag der Stadtnatur 2017
      11.00 Uhr „Wir suchen das Echte Labkraut & Co. – Auf den Spuren von Färberpflanzen und Schmetterlingen“
      Unter fachkundiger Führung der Hochschule Anhalt und mit Schmetterlingskescher unterwegs die neue Stadtlandschaft entdecken - erfahrbar wird die Blütenfülle auf Mähwiesen und die Vielfalt in der ungestörten Natur.
      Treffpunkt Rodebilleviertel – Taubenstraße, Höhe Eingang zum Schrotthandel

    Termine in Vorbereitung:

    Spuren von Wildnis: Wildnis wird aufgespürt. Die skeptische und interessierte Stadtöffentlichkeit begibt sich mit einem Spaziergangsforscher auf Spurensuche.

    Wildnisdetektive: Städter lernen sehen. Mit dem "Sehen lernen" wird das Ziel verfolgt, dass Stadtplaner, Naturschützer, Landschaftsgestalter und Schüler das Thema der Wildnis in der Stadt gemeinsam erkunden, ihre Wahrnehmung schulen und Maßnahmen diskutieren.

    Tag in der Wildnis: Die Reihe "Tag in der Wildnis" wird jedes Jahr durchgeführt und hat jeweils einen projektbegleitenden Schwerpunkt. Der Tag in der Wildnis vermittelt den Wildnis-Gedanken.

    Aktionen zur Erfahrbarkeit des Projektes wenden sich an bestimmte Personengruppen, z. B. Familien mit Kindern oder ältere Bürger mit einem geringen Bewegungsradius. Sie machen das Projekt greifbar.

    Ein Filmprojekt, Themenflyer und eine Artikelreihe in den lokalen Medien wird das Erfahren und Kennenlernen der Wildnis-Flächen unterstützen.


    Meldung vom 10.05.2017

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